Solothurn entdecken: Die schönste Barockstadt der Schweiz
Zwischen Jura und Mittelland liegt eine Stadt, die mit italienischem Flair und barocker Pracht verzaubert. Solothurn gilt als die schönste Barockstadt der Schweiz und überrascht Besucher mit ihrer eleganten Altstadt, verwinkelten Gassen und der mystischen Zahl 11. Lass dich von diesem unterschätzten Juwel begeistern!
Die Altstadt: Barocke Architektur zum Staunen
Solothurns Altstadt zählt zu den besterhaltenen historischen Zentren der Schweiz. Prachtvolle Patrizierhäuser, malerische Brunnen und imposante Kirchen prägen das Stadtbild. Der Zeitglockenturm aus dem 12. Jahrhundert markiert das Herz der Stadt und zeigt ein astronomisches Zifferblatt mit beweglichen Figuren. Beim Spaziergang durch die Hauptgasse entdeckst du liebevoll restaurierte Fassaden in warmen Farben. Die St. Ursen-Kathedrale thront majestätisch über der Stadt, ihre 11 Altäre und 11 Glocken verweisen auf Solothurns heilige Zahl. Touren und Aktivitäten können vorab bequem gebucht werden, darunter auch geführte Stadtrundgänge mit lokalen Experten.
Das Geheimnis der Zahl 11
In Solothurn dreht sich alles um die Zahl 11, und das ist kein Zufall. Die Stadt war der 11. Kanton der alten Eidgenossenschaft und hat diese Zahl zum Markenzeichen erhoben. Die St. Ursen-Kathedrale besitzt 11 Altäre, 11 Glocken und eine Freitreppe mit 3 mal 11 Stufen. Sogar das lokale Bier «Öufi» (Dialekt für elf) trägt diese Zahl im Namen. In der Altstadt findest du 11 historische Brunnen und 11 Kirchen. Diese charmante Obsession macht einen Stadtbummel zum spannenden Suchspiel. Halte die Augen offen, die Zahl 11 versteckt sich überall, von Hausnummern bis zu Kunstwerken.
Kultur und Museen erleben
Solothurn bietet eine überraschend reiche Kulturszene. Das Kunstmuseum Solothurn beherbergt eine der bedeutendsten Schweizer Kunstsammlungen mit Werken von Hodler, Amiet und zeitgenössischen Künstlern. Im Naturmuseum entdecken Familien die Tier- und Pflanzenwelt der Region, während das Museum Altes Zeughaus eine beeindruckende Sammlung historischer Waffen und Rüstungen zeigt. Jeden Winter verwandelt sich die Stadt während der Solothurner Filmtage zum Treffpunkt der Schweizer Filmszene. Das historische Theater, das älteste Barocktheater der Schweiz, bietet ganzjährig hochkarätige Aufführungen. Ein Kulturtag in Solothurn lässt sich perfekt mit einem Kaffee in einem der stimmungsvollen Altstadtcafés abrunden.
Die Aare: Flussidylle mitten in der Stadt
Die Aare fliesst majestätisch durch Solothurn und verleiht der Stadt eine besondere Atmosphäre. Im Sommer gehört das «Aareschwimmen» zum lokalen Lebensgefühl, lass dich vom kühlen Flusswasser durch die Stadt treiben. Die Uferpromenade lädt zu romantischen Spaziergängen ein, während zahlreiche Restaurants mit Flussterrassen kulinarische Genüsse bieten. Eine Schifffahrt auf der Aare führt dich durch idyllische Auenlandschaften bis nach Biel. Besonders empfehlenswert ist der Spaziergang zur Verenaschlucht, einer mystischen Einsiedelei nur eine kurze Wegstrecke von der Altstadt entfernt. Hotels in der Region findest du direkt im Vergleich, viele bieten Zimmer mit malerischem Flussblick.
Kulinarische Entdeckungen
Die Solothurner Küche verbindet deftige Schweizer Tradition mit französischen Einflüssen. Probiere unbedingt die legendäre «Solothurner Torte», ein Haselnuss-Meringue-Traum mit Kirsch. In der Altstadt locken traditionsreiche Restaurants wie das «Zum Alten Stephan» mit regionalen Spezialitäten. Die lokalen Brasserien servieren hervorragende Rösti und Geschnetzeltes. Für Weinliebhaber lohnt sich ein Abstecher ins nahe Dorneck, wo Solothurner Winzer exzellente Tropfen keltern. Der Wochenmarkt bietet frische Produkte aus der Region. Nach dem Essen empfiehlt sich ein «Öufi»-Bier aus der lokalen Brauerei, natürlich mit 11 Kräutern gebraut.
Praktische Tipps für deinen Besuch
Solothurn erreichst du bequem mit dem Zug, der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Von Bern und von Zürich ist die Stadt gut innerhalb einer Stunde erreichbar. Die kompakte Altstadt lässt sich perfekt zu Fuss erkunden, Velofahrer nutzen den ausgebauten Aare-Radweg. Der Eintritt in die St. Ursen-Kathedrale ist kostenlos, Museen verlangen meist einen kleinen Unkostenbeitrag. Für den vollen Barockgenuss empfehle ich mindestens einen halben Tag, besser einen ganzen. Die beste Reisezeit ist der Frühling bis Frühherbst, wenn die Strassencafés zum Verweilen einladen.
Barocke Baumeister und die Ambassadorenstadt
Was Solothurns Altstadt so einheitlich elegant wirken lässt, hat einen konkreten Grund: Über mehrere Generationen prägte die aus dem Tessin stammende Baumeisterfamilie Solari das Stadtbild und schuf Kirchen, Bürgerhäuser und Klosteranlagen im einheitlichen Barockstil. Dieser italienische Einfluss erklärt auch, warum Solothurn oft mit Städten der Lombardei verglichen wird. Eine weitere Besonderheit ist die Rolle als Ambassadorenstadt: Über Jahrhunderte residierten hier die Gesandten des französischen Königshofs, was der Stadt einen kosmopolitischen Schliff verlieh, den man in vielen Deutailen bis heute spürt, etwa in den herrschaftlichen Fassaden entlang der Hauptgasse oder in der Jesuitenkirche, einem der prächtigsten Sakralbauten der Schweiz. Wer die Kathedrale bereits gesehen hat, sollte der Jesuitenkirche unbedingt noch einen Besuch abstatten, ihr Innenraum mit Stuckaturen und Deckenmalereien wird von vielen Tagesgästen übersehen, weil sie nach der Kathedrale meist schon weiterziehen.
Ausflug auf den Weissenstein
Wer nach der Stadtbesichtigung noch Zeit hat, sollte den Weissenstein im Solothurner Jura nicht verpassen. Der markante Grat oberhalb der Stadt bietet einen weiten Blick über das Mittelland bis zu den Alpen und ist mit einer Sesselbahn ab Oberdorf erreichbar. Der Panoramaweg entlang des Grats eignet sich für einen halbtägigen Spaziergang ohne grosse Anstrengung, feste Schuhe sind trotzdem sinnvoll, da der Weg teils steinig ist. Bei klarer Sicht, meist an kühleren Tagen im Frühling oder Herbst, reicht der Blick besonders weit. An schönen Wochenenden ist es oben deutlich voller als in der Altstadt selbst, wer Ruhe sucht, kommt besser an einem Wochentag.
Übernachten und typische Fehler
Solothurn wird von vielen Reisenden nur als Tagesausflug eingeplant, dabei lohnt sich eine Übernachtung durchaus. Wer bleibt, erlebt die Altstadt am frühen Abend, wenn die Tagesgäste abgereist sind und die Gassen ruhiger werden, ein Moment, den Tagesbesucher meist verpassen. Ein häufiger Fehler ist auch, die Kathedrale nur von aussen zu betrachten, weil man sie für ein reines Fotomotiv hält, das Innere mit den Altären und der Krypta lohnt jedoch einen eigenen Blick. Beim Aareschwimmen unterschätzen manche die Strömung, die stellenweise kräftiger ist, als es von der Uferpromenade aus wirkt, ortskundige Schwimmer starten deshalb weiter oberhalb und lassen sich gezielt zu einer bekannten Ausstiegsstelle treiben. Wer mit dem Auto anreist, findet Parkmöglichkeiten meist am Rand der Altstadt, da das Zentrum selbst weitgehend autofrei ist, das ist besonders an Markttagen zu bedenken, wenn Teile der Gassen zusätzlich belegt sind.
Touren und Aktivitäten vor Ort
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