Solothurn entdecken: Die schönste Barockstadt der Schweiz
Wo elf Brunnen plätschern, elf Kirchen ihre Glocken läuten und elf Türme in den Himmel ragen – willkommen in Solothurn, der heimlichen Perle am Jurasüdfuss. Diese Stadt verzaubert mit italienischem Flair, verwinkelten Gassen und einer Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückreicht.
Die magische Zahl Elf: Solothurns kurioses Geheimnis
In Solothurn dreht sich alles um die Zahl Elf. Die Solothurner verehren sie seit Jahrhunderten als heilige Zahl – warum genau, weiss niemand so recht. Doch die Spuren sind überall: Die St.-Ursen-Kathedrale besitzt elf Altäre, elf Glocken und wurde in elf Jahren erbaut. Die monumentale Freitreppe vor dem Gotteshaus zählt – natürlich – elf Stufen pro Abschnitt. Selbst eine lokale Biermarke und das Solothurner Bier «Öufi» (Dialekt für Elf) huldigen dieser Tradition. Bei einem Stadtrundgang lohnt es sich, selbst auf Spurensuche zu gehen. Diese charmante Eigenart macht Solothurn einzigartig in der ganzen Schweiz und sorgt garantiert für Gesprächsstoff.
Architektonisches Juwel: Barocke Pracht erleben
Solothurn gilt als schönste Barockstadt der Schweiz – und das völlig zu Recht. Die Ambassadorenstadt, wie sie auch genannt wird, diente jahrhundertelang als Sitz der französischen Botschafter in der Eidgenossenschaft. Dieser Einfluss prägte die Architektur nachhaltig. Die imposante St.-Ursen-Kathedrale mit ihrer italienisch anmutenden Fassade bildet das Herzstück. Drumherum reihen sich prächtige Patrizierhäuser, das Rathaus mit seinem gotisch-renaissance Charme und der malerische Zeitglockenturm. Touren und Aktivitäten können vorab bequem gebucht werden, etwa geführte Stadtführungen, die verborgene Geschichten enthüllen. Nimm dir Zeit, durch die autofreie Altstadt zu schlendern und die Details an Fassaden und Toren zu bewundern.
Der Altstadtrundgang: Vom Baseltor zum Bieltor
Ein Spaziergang durch Solothurn lässt sich gut entlang der alten Stadttore strukturieren. Vom Baseltor im Westen führt der Weg über die Hauptgasse, das Herzstück der Altstadt, vorbei an schmiedeeisernen Wirtshausschildern und barocken Erkern, bis zum Bieltor im Osten. Zwischendurch lohnt ein Abstecher zur Kronenmatte, wo die Stadtmauer noch gut erhalten ist, und zum Sankt-Urs-Turm. Wer die Stadt aus der Höhe betrachten möchte, steigt auf den Zeitglockenturm, dessen astronomische Uhr seit Jahrhunderten die Solothurner Zeit anzeigt. Am frühen Morgen, bevor die Tagesgäste eintreffen, wirkt die Hauptgasse besonders authentisch. Am späten Vormittag und über Mittag füllt sich die Altstadt spürbar, vor allem an Wochenenden mit schönem Wetter.
Kultur und Museen: Mehr als nur Geschichte
Solothurn überrascht mit einer lebendigen Kulturszene. Das Kunstmuseum beherbergt Werke von Ferdinand Hodler und Cuno Amiet, zwei Grössen der Schweizer Kunst. Besonders sehenswert ist das Naturmuseum mit seiner interaktiven Ausstellung zur Jura-Region. Für Filmfans sind die Solothurner Filmtage im Januar ein absolutes Muss – das wichtigste Festival des Schweizer Films. Das Stadttheater, eines der schönsten Barocktheater der Schweiz, bietet ganzjährig hochkarätige Aufführungen. Nach dem Museumsbesuch locken zahlreiche Cafés in der Altstadt zu einer Verschnaufpause. Die Kombination aus historischem Ambiente und zeitgenössischer Kultur macht Solothurn zum idealen Ziel für Kulturinteressierte jeden Alters.
Natur pur: Die Verenaschlucht und der Weissenstein
Nur einen kurzen Spaziergang vom Stadtzentrum entfernt öffnet sich die mystische Verenaschlucht. Dieser verwunschene Ort mit seiner Einsiedelei, in der noch heute ein Eremit lebt, versetzt Besucher in eine andere Zeit. Der schattige Pfad entlang des Bachs führt vorbei an moosbedeckten Felsen und kleinen Kapellen. Für Bergbegeisterte lockt der Weissenstein, Solothurns Hausberg. Die nostalgische Sesselbahn – eine der längsten Europas – schwebt gemächlich auf eine Höhe von über 1’200 Metern. Oben angekommen, belohnt ein atemberaubendes Panorama vom Schwarzwald bis zu den Alpen. Hotels in der Region findest du direkt im Vergleich, auch auf dem Weissenstein gibt es Übernachtungsmöglichkeiten.
Wandern rund um Solothurn
Wer mehr Zeit mitbringt, verbindet die Verenaschlucht mit einer längeren Wanderung entlang des Jurasüdfusses. Der Höhenweg auf dem Grat oberhalb der Stadt bietet immer wieder Blicke über das Mittelland bis zu den Alpen, an klaren Tagen reicht die Sicht bis zum Berner Oberland. Festes Schuhwerk ist ratsam, da die Wege auf dem Kalkgestein bei Nässe rutschig werden können. Für die Sesselbahn zum Weissenstein solltest du dich auf frische Temperaturen einstellen, selbst wenn es unten in der Stadt sommerlich warm ist. Von der Bergstation aus starten mehrere einfache Rundwege, die auch für Familien geeignet sind.
Kulinarische Entdeckungen: Solothurner Genüsse
Die lokale Gastronomie spiegelt die Lage zwischen Deutschschweiz und Romandie wider. Probiere unbedingt die «Solothurner Torte», eine süsse Spezialität mit Haselnüssen und Meringue. In den Beizen der Altstadt serviert man deftige Klassiker wie Rösti oder Berner Platte, während moderne Restaurants kreative Interpretationen regionaler Produkte bieten. Der Wochenmarkt am Mittwoch und Samstag auf dem Märetplatz ist ein Fest für die Sinne – hier kaufen Einheimische frisches Gemüse, Käse vom Jura und hausgemachte Konfitüren. Abends lohnt sich ein Abstecher in eine der historischen Wirtshäuser, wo bei einem «Öufi»-Bier die Solothurner Gastfreundschaft spürbar wird.
Solothurn als Ausgangspunkt: Ausflüge in die Umgebung
Solothurn liegt direkt an der Aare, und ein Spaziergang am Fluss entlang gehört zu den unterschätzten Erlebnissen der Stadt. Im Sommer springen Einheimische von der Kreuzackerbrücke oder von einer der Badestellen flussabwärts ins kühle Wasser und lassen sich ein Stück treiben, ähnlich wie in Bern. Wer einen ganzen Tag Zeit hat, kombiniert den Stadtbesuch mit einer Fahrt in den Bucheggberg, eine sanfte Hügellandschaft mit Rebbergen und Aussicht auf den Jura, oder mit einer Wanderung auf den Balmberg, der etwas ruhiger ist als der Weissenstein und weniger Tagestouristen anzieht. Beide Ziele erreichst du mit Postauto oder eigenem Fahrzeug ab Solothurn in kurzer Zeit.
Praktische Tipps: Anreise und beste Reisezeit
Solothurn liegt verkehrstechnisch ideal zwischen Bern und Zürich. Mit dem Zug erreichst du die Stadt ab Bern in gut einer halben Stunde, ab Zürich dauert die Fahrt gut eine Stunde – der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Das kompakte Zentrum erkundet sich am besten zu Fuss. Von April bis Oktober ist die beste Reisezeit, wobei die Weihnachtsmärkte im Dezember ebenfalls zauberhaft sind. Ein Tagesausflug lohnt sich, doch wer die Atmosphäre aufsaugen möchte, bleibt eine Nacht. Der Solothurn City Pass bietet vergünstigten Eintritt in Museen und Ermässigungen bei Partnern – erhältlich bei der Touristeninformation am Hauptbahnhof.
Mit dem Auto ist Solothurn über die Autobahn zwischen Bern und Zürich gut angebunden, allerdings ist die Altstadt weitgehend autofrei und Parkplätze in unmittelbarer Nähe sind begrenzt. Es lohnt sich, das Auto auf einem der Parkplätze am Stadtrand abzustellen und den Rest zu Fuss zurückzulegen. Ein häufiger Fehler von Tagesgästen ist, sich nur auf die Hauptgasse zu beschränken. Die kleinen Seitengassen und Innenhöfe, etwa rund um die Jesuitenkirche, zeigen die barocke Baukunst oft eindrücklicher als die belebte Hauptachse.
Touren und Aktivitäten vor Ort
Führungen, Bergbahnen und Erlebnisse rund um Solothurn Stadtführung lassen sich vorab buchen. Angebote ansehen
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