Berge

Schweizer Alpen: Aktivitäten für Sommer und Winter im Überblick

30. Juli 2026 · Berge

Die Schweizer Alpen leben von diesem Kontrast: Im Winter liegt der Schnee bis weit ins Tal, im Sommer grasen Kühe auf denselben Hängen, über die im Januar Skifahrer gefahren sind. Wer die Berge nur zu einer Jahreszeit kennt, kennt sie nur halb. Beide Seiten haben ihre eigene Logik, ihre eigenen Hochsaisons und auch ihre eigenen Enttäuschungen für alle, die schlecht vorbereitet anreisen.

Winter: mehr als nur Pisten

Wer an Winter in der Schweiz denkt, denkt zuerst an Skifahren. Das ist auch richtig so, das Angebot an Skigebieten ist riesig und reicht von familienfreundlichen Hängen im Toggenburg bis zu den grossen Namen im Wallis und Berner Oberland. Doch wer nur die bekannten Orte wie Zermatt oder Verbier ansteuert, zahlt für die Bekanntheit mit. Gebiete wie Adelboden-Lenk oder das Diemtigtal bieten ähnlich gute Pisten bei deutlich weniger Trubel und günstigeren Preisen.

Skifahren und Snowboarden

Ein Fehler, den viele machen: Sie planen die Skiferien in den Wochen rund um die Schulferien und wundern sich dann über volle Bahnen und lange Wartezeiten an den Liften. Wer flexibel ist, fährt unter der Woche und ausserhalb der Hauptferienzeiten deutlich entspannter. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle: Wer früh an der Bahn steht, hat die Piste für sich, ab Mittag füllen sich vor allem die sonnenexponierten Hänge.

Winterwandern und Schneeschuhlaufen

Nicht jeder will auf Brettern den Berg hinunter. Winterwanderwege gibt es in praktisch jedem grösseren Bergort, oft gut präpariert und deutlich weniger überlaufen als die Skipisten nebenan. Rund um den Oeschinensee im Berner Oberland oder im Engadin lassen sich verschneite Landschaften in Ruhe geniessen, ganz ohne Skiausrüstung. Schneeschuhtouren führen abseits dieser Wege in unberührten Schnee, hier lohnt sich eine geführte Tour für Einsteiger, weil die Einschätzung von Lawinenhängen Erfahrung braucht.

Schlitteln

Schlittelbahnen werden gerne unterschätzt, dabei zählen manche zu den unterhaltsamsten Winteraktivitäten überhaupt. Die Strecke vom Faulhorn hinunter nach Grindelwald ist ein Klassiker mit langem Fahrspass, wer es kürzer mag, findet in fast jedem Bergdorf eine beleuchtete Bahn für den Abend, etwa im Bündnerland rund um Bergün.

Sommer: Wandern, Wasser und Höhe

Sobald der Schnee schmilzt, verschiebt sich das Zentrum der Schweizer Bergwelt von der Piste auf den Wanderweg. Das Wegnetz ist dicht und gut markiert, gelbe Wegweiser mit Zeitangaben statt Kilometern sind für viele Erstbesucher gewöhnungsbedürftig, aber zuverlässig.

Wandern

Von einfachen Höhenwegen mit Seeblick bis zu mehrtägigen Routen durch die Hochalpen ist alles vorhanden. Der Aletsch-Panoramaweg oder Wege rund um den Bernina-Pass verbinden grosse Aussicht mit überschaubarem Aufwand und gut erreichbaren Bergrestaurants unterwegs. Für alpine Gipfeltouren auf Matterhorn, Dom oder ähnliche Ziele braucht es Bergerfahrung und meist einen Bergführer, das ist keine Aktivität für einen spontanen Ausflug.

Ein häufiger Fehler von Erstbesuchern: Sie unterschätzen den Zeitbedarf bei Höhenunterschieden. Die auf Wegweisern angegebene Zeit gilt für durchtrainierte Wanderer im Aufstieg wie im Abstieg gleichermassen zügig, wer öfter stehen bleibt, um zu fotografieren, sollte grosszügig Puffer einplanen. Festes Schuhwerk ist auch auf breiten Spazierwegen sinnvoll, weil viele Wege steinig und uneben sind.

Seen und Wassersport

Im Sommer erwärmen sich die grossen Seen wie Zürichsee, Vierwaldstättersee oder Genfersee ausreichend zum Baden, kleinere Bergseen bleiben meist kühl bis kalt. Stand-up-Paddling und Segeln sind an den grossen Seen verbreitet, wer es wilder mag, findet auf Aare, Rhein oder Rhone Möglichkeiten zum Rafting. Das Schwimmen in der Aare durch Bern ist bei Einheimischen beliebt, für Ortsunkundige aber wegen der Strömung nicht ohne Vorbereitung zu empfehlen.

Mountainbike und E-Bike

Bikeparks wie in Lenzerheide oder Verbier bieten ausgebaute Trails für unterschiedliche Niveaus. E-Bikes haben die Bergwelt für viele erst zugänglich gemacht, weil sie längere Anstiege ohne Höchstform ermöglichen. Für geliehene Bikes lohnt sich ein Blick auf Bahnhofsvermietungen, viele Bergbahnen erlauben auch die Mitnahme im Anhänger oder in speziellen Wagen.

Was das ganze Jahr funktioniert

Manche Erlebnisse sind an keine Jahreszeit gebunden. Panoramazüge wie der Glacier Express zwischen Zermatt und St. Moritz oder der Bernina Express über den gleichnamigen Pass fahren ganzjährig und zeigen im Winter wie im Sommer unterschiedliche, aber beide sehenswerte Landschaften. Aussichtspunkte wie das Jungfraujoch oder das Schilthorn sind ebenfalls das ganze Jahr geöffnet, im Sommer allerdings mit deutlich mehr Reisegruppen unterwegs als im Winter.

Reisezeit und praktische Überlegungen

Für Wintersport eignen sich die Monate von kurz vor Weihnachten bis in den Frühling hinein, wobei die Schneesicherheit stark von der Höhenlage des Skigebiets abhängt. Tiefer gelegene Gebiete sind in warmen Wintern zunehmend auf Kunstschnee angewiesen. Für Sommerwanderungen bieten sich die Monate zwischen früher Sommermitte und früher Herbstmitte an, hochalpine Wege sind oft erst spät im Frühsommer schneefrei, ein Anruf bei der örtlichen Bergbahn oder Tourismusstelle vor der Tour erspart böse Überraschungen.

Wer flexibel zwischen Sommer und Winter reist, sollte die Zwischensaison im Frühling und Herbst nicht unterschätzen: Viele Bergbahnen sind dann für Wartungsarbeiten geschlossen, dafür sind Täler und tiefer gelegene Wanderwege oft menschenleer und günstig zu bereisen.

Touren und Aktivitäten vor Ort

Führungen, Bergbahnen und Erlebnisse rund um Jungfraujoch Ausflug lassen sich vorab buchen. Angebote ansehen

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