Ausflüge & Aktivitäten

Creux du Van Wanderung: Spektakulärer Felsenkessel im Jura

18. September 2026 · Ausflüge & Aktivitäten

Ein gigantischer Felsenzirkus mitten in der Schweiz, der an den Grand Canyon erinnert – willkommen am Creux du Van. Dieses Naturwunder im Neuenburger Jura begeistert mit 160 Meter hohen Steilwänden und einer Weite, die sprachlos macht. Die Wanderung zum berühmten Felsenkessel gehört zu den eindrücklichsten Tagesausflügen der Schweiz.

Das Naturphänomen Creux du Van entdecken

Der Creux du Van ist ein natürlicher Felsenkessel mit einem Durchmesser von rund 1,4 Kilometern. Entstanden ist dieses geologische Wunder durch Erosion während der letzten Eiszeiten vor über 15’000 Jahren. Die senkrecht abfallenden Kalksteinklippen bilden ein natürliches Amphitheater, das in Europa seinesgleichen sucht. Seit 1972 steht das gesamte Gebiet unter Naturschutz und beherbergt eine einzigartige Flora und Fauna. Besonders bekannt sind die hier lebenden Steinböcke, die oft direkt an der Felskante beobachtet werden können. Wer früh morgens ankommt, hat die besten Chancen, diese majestätischen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen.

Warum der Vergleich mit dem Grand Canyon hinkt

Der Vergleich mit dem Grand Canyon klingt eindrücklich, ist aber vor allem für die Vorstellung gedacht. Während der Grand Canyon über Jahrmillionen durch einen Fluss ausgewaschen wurde, ist der Creux du Van ein sogenannter Kar, geformt durch Gletschererosion und einstürzende Felsdecken. Die Dimensionen unterscheiden sich entsprechend deutlich, dennoch bleibt der Kessel für Schweizer Verhältnisse aussergewöhnlich gross und wirkt gerade im Nebel oder bei tiefstehender Sonne fast surreal.

Die klassische Rundwanderung ab Noiraigue

Die beliebteste Route startet im malerischen Dorf Noiraigue im Val de Travers. Der Aufstieg durch den schattigen Wald dauert etwa 1,5 Stunden und führt über gut markierte Wanderwege. Die gesamte Rundwanderung misst rund 14 Kilometer und erfordert etwa 4 bis 5 Stunden Gehzeit. Der Weg führt zunächst zur Ferme Robert, einer urigen Alphütte mit Restauration, bevor der spektakuläre Gratweg entlang der Felskante beginnt. Trittsicherheit ist hier unbedingt erforderlich, da der Pfad direkt am Abgrund entlangführt. Die Aussicht über den Felsenkessel bis zu den Alpen belohnt jedoch jede Anstrengung. Touren und geführte Wanderungen können vorab bequem gebucht werden, was besonders für Erstbesucher empfehlenswert ist.

Alternative Routen für jeden Anspruch

Wer eine kürzere Variante bevorzugt, startet ab dem Parkplatz La Combette oder Haut de la Montagne. Von dort erreicht man den Aussichtspunkt in nur 30 bis 45 Minuten. Diese Route eignet sich auch für Familien mit älteren Kindern. Für ambitionierte Wanderer bietet sich die Tour ab Môtiers an, die durch die wildromantische Pouetta Raisse-Schlucht führt. Die anspruchsvolle Variante ab Les Sagnettes kombiniert den Creux du Van mit dem Gipfel des Soliat auf 1’463 Metern. Unabhängig von der gewählten Route sollte festes Schuhwerk zur Standardausrüstung gehören. Die Wege können besonders nach Regenfällen rutschig sein.

Beste Jahreszeit und Wetterbedingungen

Der Creux du Van zeigt sich zu jeder Jahreszeit von einer anderen Seite. Im Frühling blühen seltene Alpenblumen an den Felsbändern, während der Sommer lange Wandertage ermöglicht. Besonders magisch wirkt der Felsenkessel im Herbst, wenn Nebelschwaden durch das Tal ziehen und die Wälder in goldenen Farben leuchten. Im Winter ist das Gebiet nur für erfahrene Schneeschuhwanderer zugänglich. Die Sommermonate Juni bis September gelten als ideale Reisezeit. Ein früher Start lohnt sich, um den Menschenmassen zu entgehen und die Steinböcke zu beobachten. Hotels in der Region findest du direkt im Vergleich, wobei Noiraigue und Môtiers charmante Unterkünfte bieten.

Anreise und praktische Informationen

Noiraigue ist mit dem Zug ab Neuenburg in etwa 25 Minuten erreichbar. Der Bahnhof liegt direkt am Ausgangspunkt der klassischen Wanderung. Mit dem Auto erfolgt die Anreise über die A5, Ausfahrt Boudry, weiter Richtung Val de Travers. Parkplätze stehen in Noiraigue sowie bei La Combette zur Verfügung, an Wochenenden empfiehlt sich eine frühe Ankunft. Der Eintritt zum Naturschutzgebiet ist kostenlos. In der Ferme Robert und der Ferme du Soliat werden regionale Spezialitäten serviert, darunter der berühmte Absinth aus dem Val de Travers. Hunde sind an der Leine erlaubt, sollten aber wegen der Wildtiere unter Kontrolle gehalten werden.

Ausrüstung und Sicherheitstipps

Für die Wanderung zum Creux du Van empfiehlt sich robustes Schuhwerk mit gutem Profil. Wanderstöcke bieten zusätzliche Sicherheit, besonders beim Abstieg. Ausreichend Wasser und Verpflegung gehören in jeden Rucksack, auch wenn die Alphütten Einkehrmöglichkeiten bieten. An der Felskante weht oft ein starker Wind, eine Jacke sollte daher immer dabei sein. Bleibe unbedingt auf den markierten Wegen und halte einen sicheren Abstand zur Abbruchkante. Das Überklettern von Absperrungen ist nicht nur verboten, sondern lebensgefährlich. Bei Gewitter sollte das Gebiet umgehend verlassen werden, da die exponierte Lage Blitzgefahr birgt.

Typische Fehler und was Ortskundige raten

Der häufigste Fehler ist ein zu später Start am Wochenende. Ab Mitte Vormittag füllen sich der Parkplatz bei La Combette und der Pfad entlang der Felskante spürbar, gerade an schönen Herbsttagen mit Nebelmeer-Aussicht. Wer die berühmte Aussicht möglichst ungestört geniessen will, sollte unter der Woche kommen oder spätestens kurz nach Sonnenaufgang starten. Ein zweiter Punkt, der oft unterschätzt wird: Der eigentliche Kessel ist von unten, also vom Talboden aus, kaum als Ganzes zu erfassen. Wer nur bis zur Ferme Robert wandert und dort umkehrt, verpasst den eindrücklichsten Teil der Tour, nämlich den Blick von der Kante hinunter. Überschätzt wird dagegen oft die technische Schwierigkeit des Hauptwegs. Der breite Pfad entlang der Felskante ist gut gesichert und für geübte Wanderer unproblematisch, sofern man aufmerksam bleibt und nicht für Fotos zu nah an den Rand tritt. Gefährlich wird es vor allem bei Nässe, Frost oder Nebel, wenn die Sicht auf den Abgrund fehlt.

Kombination mit weiteren Zielen im Val de Travers

Wer bereits in der Region ist, kann den Ausflug gut mit einem Abstecher nach Môtiers verbinden. Der Ort ist bekannt für seine Absinth-Tradition und bietet kleine Destillerien, die Einblick in die Herstellung geben. Auch das Museum Maison de l’Absinthe liegt auf dem Weg zurück Richtung Bahnhof. Für Naturinteressierte lohnt sich zudem ein Blick auf die Areuse-Schlucht, die sich unterhalb von Noiraigue durch das Tal zieht und mit ihren Hängebrücken einen eigenen kleinen Ausflug wert wäre, falls die Zeit reicht.

Fotografie am Creux du Van

Das beste Licht für Aufnahmen des Felsenkessels findest du am frühen Morgen, wenn die Sonne flach über die gegenüberliegende Kante streift und die Steilwände plastisch hervortreten lässt. Im Herbst sorgt das häufige Nebelmeer im Val de Travers für die bekannten Postkartenmotive, bei denen sich die Wolken wie ein weisses Meer unterhalb der Felskante ausbreiten. Für solche Aufnahmen lohnt sich ein Stativ, da das Licht in den frühen Morgenstunden oft noch schwach ist. Wichtig bleibt dabei die Sicherheit: Die schönsten Fotomotive liegen meist nur wenige Schritte von der ungesicherten Kante entfernt, ein Weitwinkelobjektiv erlaubt es, mit etwas mehr Abstand trotzdem die volle Weite des Kessels einzufangen.

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